Bauland­modell Rheinbach

Entwicklung eines Ansatzes zur Berücksichtigung von Folgekosten im kommunalen Baulandmodell Rheinbach

Die Stadt Rheinbach, eine mittlere kreisangehörige Stadt im Rhein-Sieg-Kreis, profitiert vom Bevölkerungswachstum in der Wohnungsmarktregion Bonn / Rhein-Sieg und wird in Zukunft weitere Wohnbaugebiete ausweisen. Aufgrund eigener Erkenntnisse und auf Basis verschiedener wissenschaftlicher Forschungsergebnisse erwartet die Stadt Rheinbach, dass derzeit nicht alle mit der Baulandentwicklung verbundenen direkten und indirekten Folgekosten durch Einnahmen aus Grundstücksverkäufen, Erschließungsbeiträgen, Steuern und Gebühren gedeckt werden.

Herstellungs- und Folgekosten für die Erschließung neuer Baugebiete werden in der Stadt Rheinbach bereits über einen Erschließungsvertrag auf den jeweiligen Erschließungsträger umgelegt. Wissenslücken und methodische Fragen bestehen bei der Ermittlung von zusätzlichen Folgekosten z.B. im Bereich der sozialen Infrastrukturen. Es fehlt ein methodischer Gesamtansatz, um einerseits die fiskalischen Wirkungen umfassend zu ermitteln und andererseits die Übernahme zusätzlicher Folgekosten durch Erschließungsträger zu begründen.

Lösung 

Die Stadt Rheinbach hat SSR Schulten Stadt- und Raumentwicklung mit der Entwicklung eines methodischen Ansatzes zur Berücksichtigung von Folgekosten der sozialen Infrastruktur im kommunalen Baulandmodell beauftragt. Hierbei soll der vorliegende Ansatz vom Fachbereich Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung weiterentwickelt werden. Das Ziel ist die Ableitung einer Kostenspanne je Quadratmeter Nettowohnbauland in Rheinbach, die die Folgekosten neuer Wohngebiete plausibel abdeckt.

Erfolg 

Mit dem entwickelten Modellansatz konnte ein Wert für die Folgekosten der sozialen Infrastruktur für ein typisches Neubaugebiet in Rheinbach plausibel hergeleitet werden. Das Modell basiert auf anerkannten Methoden aus Wissenschaft und Praxis. Die berechneten Werte beinhalten Folgekosten, die ein typisches Wohnbaugebiet mit einem hohen Anteil von Familien mit Kindern in der Stadt Rheinbach über einen Zeitraum von 20 Jahre induziert. Für die Kostenberechnung wurde in Absprache mit dem Auftraggeber ausschließlich auf Abschreibungskosten der im kommunalen Eigentum befindlichen Immobilien zurückgegriffen.

Den so ermittelten Kosten wurden Einnahmen aus der Grund- und Einkommenssteuer sowie die monetären Effekte des kommunalen Finanzausgleichs gegenübergestellt. Die ermittelte Kostenspanne je Quadratmeter Nettowohnbauland berücksichtigt somit die durch eine neue Baugebietsentwicklung entstehenden und plausibel ableitbaren direkten kommunalen Kosten und Einnahmen. Sprungkosten, wie sie beispielsweise durch den notwendigen Ausbau einer Grundschule im Zuge einer Wohngebietsentwicklung entstehen können, können mit dem Modellansatz nicht berücksichtigt werden. Diese sind jeweils im Einzelfall zusätzlich zu betrachten.