Soziale Infra­struktur im Stadt­teil­dialog

Gesamtprojektsteuerung und Dialogprozess im ExWoSt-Modellvorhaben "Stadtquartiere im Umbruch" zu Strategien zum Umbau der Infrastrukturangebote im Bildungsbereich in der Stadt Castrop-Rauxel

Stadtentwicklung ist zunehmend durch ein räumliches Nebeneinander von Wachstum und Schrumpfung gekennzeichnet. Stadtumbauprozesse und die Anpassung sozialer Infrastrukturangebote in einzelnen Quartieren werden erforderlich. Die Stadt Castrop-Rauxel war eines der Modellvorhaben im Forschungsvorhaben „Stadtquartiere im Umbruch“ des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (ExWoSt). Im Fokus stand die Entwicklung von Strategien zum Umbau der Infrastrukturangebote im Bildungs- und Betreuungsbereich. Ziel war es, einen faktenbasierten Dialog zu diesem sehr emotional belegten Stadtentwicklungsthema anzuregen.

Lösung 

Neben der Gesamtprojektsteuerung hat SSR den Dialogprozess moderiert. Zur Erarbeitung analytischer Grundlagen wurden drei Betrachtungsebenen zusammengeführt: eine Analyse und Vorausberechnung der Infrastrukturnachfrage auf Basis kleinräumiger Bevölkerungsdaten, eine umfassende Betrachtung der Betriebs- und Investitionskosten für die einzelnen Flächen und Gebäude sowie eine Marktbewertung der einzelnen Standorte – Letzteres mit Blick auf die Nachnutzbarkeit der Gebäude und Flächen zum Beispiel für den Wohnungsbau. Die einzelnen Projektschritte wurden von einem Werkstattverfahren begleitet, bei dem die unterschiedlichen Interessen an die Entwicklung der Bildungs- und Betreuungslandschaft zusammengeführt und Strategieempfehlungen für die zukünftige Schulstandortplanung diskutiert wurden. Die Ergebnisse wurden an zwei Standorten hypothetisch angewendet.

Erfolg 

Die Ergebnisse des Modellvorhabens trugen zur Qualifizierung des ExWoSt-Forschungsfelds bei. Für die Stadt Castrop-Rauxel konnten wichtige analytische Grundlagen für die Weiterentwicklung der Bildungs- und Betreuungslandschaft erstellt werden. Durch den Dialogprozess wurden die Interessen und Befürchtungen der unterschiedlichen Akteure transparent. So konnten umsetzungsorientierte Handlungsempfehlungen ausgearbeitet werden.

zentrale Projektbausteine 

  • Kleinräumiges Bevölkerungsmodell
  • Standortscharfes Nachfragemodell
  • Berechnung der Folgeeffekte einer Standortneuordnung
  • Folgekostenmodell für Einzelstandorte
  • Erstellung der Forschungsberichte
  • Projektsteuerung und Moderation