Dogmatisch oder evidenzbasiert?

Ein Gesundheitssystem, in dem gesunde Menschen einfach Kranke ("Gefährder") sind, die von ihrem wahren Zustand nur noch nichts wissen, verspricht vor allem Profit.

Einschätzung der Sachlage

Der Begriff SARS steht für „Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom“. Ursache ist das SARS-Coronavirus (vgl. RKI 2021a). Nach Aussagen des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind Coronaviren seit Jahrzehnten bekannt. Seit dem Jahreswechsel 2019/2020 zirkuliere weltweit ein neuartiges Coronavirus, das SARS-Coronavirus-2 (SARSCoV-2), welches der Erreger der Krankheit COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) sei. Es sind inzwischen mehrere tausend Mutationen des sog. "Wuhan-Virus" weltweit registriert worden. Obwohl nach Angaben des RKI ein milder Verlauf der Krankheit häufig ist und die meisten Erkrankten vollständig genesen, sind schwere Verläufe mit Lungenentzündung, die über ein Lungenversagen zum Tod führen können, gefürchtet (vgl. RKI 2021a).

Laut Falldefinition des RKI werden akute respiratorische (Erkältungs-)Symptome jeder Schwere, neu aufgetretener Geruchs- oder Geschmacksverlust oder krankheitsbedingter Tod als klinisches Bild für eine COVID-19 Erkrankung benannt. Die gefährlichen Lungenentzündungen umfassen rund 1% der bis September 2021 erfassten (gemeldeten) symptomatischen Fälle (vgl. RKI 2021c). Nach eigenen Angaben geht das RKI von einer Untererfassungsquote der tatsächlichen Infektionsfälle von 4 bis 6 aus (vgl. ebenda). Die Angaben zur Untererfassungsquote schwanken je nach Quelle jedoch deutlich. Die Schwere eines Krankheitsverlaufs korreliert stark mit dem Alter und / oder der Schwere vorhandener (schwerer) Vorerkrankungen. Zudem kann auch das seltene Eindringen des Virus in die Blutbahn neben der angewendeten Thearpie zu schweren Schädigungen führen. Das Gefährliche im Blut ist dann offenbar das Spikeprotein des SARSCoV-2-Virus (vgl. ntv 2021). Eine Krankheitsübertragung durch asymptomatische Personen ("Gesunde") ist nach bekannter Studienlage so gut wie ausgeschlossen (vgl. WUHAN Studie 2020).

Eine Überlastung des Gesundheitswesens durch COVID-19 gab es in Deutschland nicht. Die höchsten tagesbezogenen Belegungsquoten lagen im Jahr 2020 bei knapp 5 Prozent aller Betten. In 2020 gab es seit Mitte März durchgehend weniger stationäre Fälle als in den Vorjahren. Die Bettenauslastung sank in 2020 auf einen Allzeittiefpunkt von 67,3% insgesamt und von 68,6% auf den Intensivstationen (unter Berücksichtigung der Versorgung von COVID-19-Patienten). Für die stationäre Versorgung von COVID-19-Patienten waren im Mittel rund 2% aller Betten und knapp 4% der Intensivbetten nötig, allerdings mit zeitlichen und geographischen Auslastungsspitzen (vgl. RWI 2021). Dabei sind fehlerhafte Angaben der Kankenhäuser noch gar nicht berücksichtigt (vgl. Welt, DIVI). 

Die Infektionssterberate einer SARSCoV-2-Infektion entspricht einer mittelschweren Grippewelle (vgl. WHO 2020). Bei der Bewertung der Sterbefälle in Deutschland ist die Zunahme der Zahl der Personen im Alter über 80 Jahre wichtig. Für den Zeitraum zwischen März 2020 und September 2021 werden rund 93.000 Sterbefälle in der RKI-Statistik (mit/an Corona) angegeben. Davon haben 45.500 (49%) eine Angabe zu "COVID-19-typischen Symptomen" (s.o.). Die Sterbefälle in der RKI-Statistik entsprechen rund 6% aller im gleichen Zeitraum verstorbenen Personen in Deutschland. Der Anteil der Sterbefälle mit COVID-19 typischem Symptom entspricht rund 3%. Die Altersstruktur der Sterbefälle in der RKI-Statistik entspricht der typischen Altersverteilung der Sterbefälle in Deutschland. Rund 90% der Verstorbenen sind älter als 60 Jahre, rund 60% sind über 80 Jahre. Die Sterberate selbst in der Altersklasse 80 Jahre und älter liegt im Jahr 2020 in Deutschland mit rund 9,7% auf dem Niveau der Vorjahre (vgl. RKI 2021c, Destatis 2021).        

Zusammengefasst: Eine SARSCoV-2-Infektion kann, wie einige andere Atemwegsinfektionen auch, zu einer schweren Lungenentzündung mit eigenem Krankheitsbild führen. Zudem kann das Eindringen des Spikeproteins in die Blutbahn weitere Schäden verursachen. Ein erhöhtes Risiko besteht für schwer vorerkrankte Personen. Allgemein ist das Risiko für eine COVID-19-Lungenentzündung für die meisten Menschen jedoch relativ gering, für Menschen unter 70 Jahre und ohne schwere Vorerkrankungen statistisch sogar sehr gering. Das Ereignis “schwerer COVID-Verlauf” war so selten, dass der Nachweis für eine absolute Wirksamkeit der Impfung vor schweren Krankheitsverläufen in Impfstoffstudien nicht belastbar zu untersuchen war. Das Alter der Sterbefälle in der RKI-Statistik entspricht der typischen Altersstruktur der Sterbefälle in Deutschland. Die Struktur aller Sterbefälle im Jahr 2020 entspricht insgesamt dem langjährigen Trend. Eine "Übersterblichkeit" liegt nicht vor. Von einer Überlastung des Gesundheitswesens durch COVID-19 kann in Deutschland keine Rede sein (vgl. WHO 2020RKI 2021cDestatis 2021, achgut). Welche erklärende Rolle das sog. Präventionsparadoxon einnimmt, ist umstritten - positive Positionen sind wenig belegt und für die meisten Massnahmen sind positive Gesamteffekte kaum ermittelbar.

Kritik

Maßgeblich für die Falldefinition in der Statistik des RKI ist der labordiagnostische Nachweis über "Antigen- oder PCR-Test" oder ein bekannter „epidemiologischer Zusammenhang“ („Kontakt“). Das tatsächliche klinische Bild spielt bei der Falldefinition keine Rolle (vgl. RKI 2021d). PCR- und Schnelltest können keine akute Infektion bestimmen - sie weisen in einer Probe lediglich die Anwesenheit definierter Virenfragmente nach. Wir meinen: Eine Messung, deren Ergebnis einzig vom Messinstrument bestimmt wird, ist unwissenschaftlich und absurd. 

Bei vielen Fällen in der RKI-Statistik liegt kein typisches Krankheitssymptom vor. Analysen der Krankendaten in deutschen Krankenhäusern lassen grosse Zweifel an den Daten entstehen. Als Beispiel kann die Fallstatistik der Stadt Dortmund dienen (rund. 600.000 Einwohner): Bis Mitte September 2021 sind 70% der nach RKI-Definition gemeldeten Todesfälle nach Angaben des Gesundheitsamts ursächlich an COVID-19 gestorben. Diese 287 Todesfälle entsprechen rund 3% aller Todesfälle in der Stadt Dortmund zwischen März 2020 und September 2021. 

Der Umgang mit dem Sterbegeschehen in Deutschland verwundert uns. Seit Jahren steigt die Zahl der Sterbefälle aufgrund des demografischen Wandels stetig an. Dieser Prozess ist lange bekannt und auch gut vorhersagbar. Damit verbunden ist eine Zunahme pflegebedürftiger alter Menschen und auch eine Zunahme von Menschen mit alters- und umweltbedingten Erkrankungen. Obwohl die absoluten Fallzahlen steigen, entspricht das relative Krankheits- und Sterbegeschehen im Jahr 2020 dem zu erwartenden Trend. Kurz: Seit Jahren sind Fachkräftemangel sowie steigende Nachfrage im Pflege- und Gesundheitssystem bekannt. Die aktuelle "Gesundheitskrise" ist für uns auch ein Zeichen von Profitgier, politischer Misswirtschaft und gesellschaftlicher Ignoranz.

Die Fallzahlen der RKI-Statistik werden in der politischen und medialen Kommunikation selten ins Verhältnis gesetzt - nicht zur Gesamtpopulation und auch nicht zu Risiken anderer Erkrankungen. Viele dieser Aussagen sind irreführend bzw. nichtssagend. Einige "Corona-Schutzmaßnahmen" sind medizinisch wirkungslos und teilweise sogar selbst gesundheitsschädlich (vgl. Kappstein 2020, Wirkungsanalyse 2021).

Gerade Kinder und Jugendliche sind besonders benachteiligt. Dabei haben sie nur äußerst selten schwere Symptome. Sie spielen wohl auch für die Verbreitung der Infektion nur eine geringe Rolle - eher sind sie epidemiologisch aufgrund ihrers starken Immunsystems im Allgemeinen ein wichtiges "Bollwerk" gegen eine Infektionsausbreitung. Zwischen März 2020 und September 2021 sind laut RKI-Statistik 10 Kinder unter 15 Jahre mit Symptomen verstorben. Dies entspricht einer Fallsterblichkeit von 0,005% der symptomatischen Fälle in der RKI-Statistik und ca. 0,19% aller Todesfälle in dieser Altersgruppe im gleichen Zeitraum. Trotz dieses Wissens wird der Einsatz von Massentests, Impfungen und Masken für Kinder und Jugendliche mit den zunehmend bekannten Nebenwirkungen weiter forciert (vgl. BMFSFJ 2021, Risikorechner, Impfrisiko im Vergleich, Spiegel).

Es ist höchst unwahrscheinlich, dass SARSCoV-2 nur bestimmte Personengruppen oder Menschen in bestimmten Einrichtungen (Altenheime, Krankenhäuser, Kirchen etc) befällt. Die tatsächliche Infektionsrate und die damit verbundene Immunitätsrate dürfte in der Gesamtpopulation - auch aufgrund der vielen leichten Krankheitsverläufe - sehr hoch liegen. Dies ließe sich mit repräsentativen Studien leicht herausfinden. Warum aber werden diese Studien in Deutschland nicht durchgeführt? Bei hoher Impfrate ist diese Frage nicht mehr zu untersuchen.

Der Übertragungsweg bei Coronaviren ist inzwischen gut erforscht. Der Atemwegsvirus wird vor allem über Aerosole verbreitet. Normgerecht verwendete Masken filtern Aerosole nur teilweise, Gesichtsvisiere filtern diese gar nicht. Die Verbreitung von Aerosolen ähnelt der Ausbreitung des Zigarettenrauchs. Ausgeatmete Aerosole verbleiben durchaus längere Zeit in geschlossenen Räumen. Damit verlieren viele Corona-Schutzmaßnahmen ihren Sinn und beeinflussen das Infektionsgeschehen offensichtlich kaum oder sind gesundheitlich sogar kontraproduktiv (vgl. CDC 2021, IJERPH 2021). Für eine Krankheitsübertragung muss sich eine stark infektiöse Person in einem geschlossenen Raum aufhalten und eine grosse Menge infektiöser Viren ausstoßen, die eine andere Person dann auch in ausreichender Menge einatmen muss. Die allermeisten Personen in dieser Situation entwickeln bei einer tatsächlichen Infektion jedoch offensichtlich keine oder eher milde grippale Krankheitssymptome (s.o.).

Bei SSR testen wir uns im Team regelmäßig. Ein Teil in unserem Team besitzt bereits einen "Corona-Impfschutz" - nach eigenen Aussagen jedoch nicht aus gesundheitlichen Beweggründen! Mit Besorgnis erleben wir, dass Wert und Würde des Menschen zunehmend auf seinen "Corona-Impfstatus" reduziert werden. Ausgrenzung und Diskriminierung "ungeimpfter" Menschen nehmen zu - offen befördert von Politikern und Medienschaffenden. Der Status "gesund" wird abgeschafft und durch den Begriff "ungeimpft" bzw. "Gefährder" ersetzt. Die "Corona-Impfung" bzw. der damit verbundene Impfnachweis wird immer mehr zu einer Eintrittskarte ins gesellschaftliche Leben. Vielen Menschen scheint jedoch nicht bewusst zu sein, dass diese Eintrittskarte nur auf Zeit gewährt wird und regelmäßige "Updates" erforderlich sein werden. Ein kritischer Blick ins In- und Ausland zeigt teils erschreckende Entwicklungen - aber auch viele Länder, die sämtliche Corona-Maßnahmen längst wieder aufgehoben haben!

Wahrheitssuche und das von Karl Popper beschriebene wissenschaftliche Prinzip der Falsifizierbarkeit müssen auch in der "Corona-Krise" gelten: Nur die Theorie, für die im Prinzip ein Gegenargument oder ein Gegenbeispiel gefunden werden kann, ist eine wissenschaftliche Theorie. Wenn ein Forscher also eine Hypothese formuliert hat, dann muss er beginnen, Gegenbeispiele zu suchen. Findet er sie, so steigt der Erkenntnisgewinn. Gute Wissenschaft entsteht weder durch Dekret noch durch Mehrheitsbeschluss, sondern ist ein offener (Diskurs-)Prozess, der gerade die kritischen Gegenargumente und widersprechenden Thesen einbeziehen muss [Wie steht es um die Wissenschaft? von J.P.A. Ioannidis, Wissenschaftsleugnung Ärzteblatt Sachsen, COVID-19: Korruption ... Kommentar im BMJ]. 

Ausgewählte Datenquellen

Wir studieren laufend die aktuelle Situation und greifen in unserem Kompetenzfeld der Demografie und Infrastrukturfolgenbetrachtung (z.B. Hospitalisierung, Pflege) stets auf verfügbare Rohdaten zu.

 

Weitere Informationen

 

Disclaimer: Ich stelle hier zentrale Teile meiner aktuellen Bewertung zur Sachlage dar und erhebe keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit. Die Realität ist komplex. Ich kann mich natürlich irren! Deshalb habe ich trotz des kurzen Beitrags versucht, meine Aussagen nachvollziehbar darzustellen und belastbare Daten- und Literaturquellen zusammenzustellen. Die Quellen sind natürlich eine subjektive Auswahl. Trotz meines Anspruchs, die Sachlage laufend zu beobachten, ist es mir nicht möglich, sämtliche Daten, Studien und Fachpublikationen zum Themenkomplex gründlich zu lesen und zu bewerten. Mein Selbstverständnis als Arbeitgeber ist es, mein Team optimal durch diese Zeit zu begleiten und dabei neben der Bewältigung der ökonomischen Herausforderungen auch den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ganzheitlich zu gewährleisten. Deshalb bin ich jederzeit offen und dankbar für Kritik und Korrekturhinweise! (M. Schulten)